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Christoph Zenger



Articles by Christoph Zenger

Prognosen sind das Papier nicht wert

February 1, 2020

Für das Jahr 2019 prognostizierten die Auguren zwei weitere Zins-Erhöhungen durch das FED. Diese Erwartung schien wie in Stein gemeisselt, weshalb die Aktienmärkte im letzten Quartal 2018 auch massiv nachgaben und die Prognosen für das Jahr 2019 entsprechend eintrübten.
Der eine oder andere – auch angeblich professionelle Anleger – reduzierte seine Aktienquote. Das Jahr 2019 brachte uns indessen drei Zins-Senkungen, nicht zuletzt, weil Präsident Trump dies forderte und das FED so vor einem grossen Fehler bewahren half.
Die amerikanische Notenbank bestreitet diese Version natürlich, weil es ihr peinlich ist, sich von einem angeblich dummen Präsidenten belehren zu lassen.
Wie so oft gilt aber auch hier: „Einfachheit ist das grösste Zeichen von Raffinesse“ (Leonardo

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Gefährliche Scheingewinne bei PKs

October 16, 2019

Die Schweizer Pensionskassen halten rund 30% ihrer Anlagen in klassischen Obligationen. Die meisten dieser Anleihen weisen eine negative Rendite aus.
Dies, weil die Kurse so stark gestiegen sind, dass sich auf deren hohem Niveau trotz positivem Coupon (Nominalzins) eine Rendite auf Verfall von unter null ergibt.
Das heisst, dass die erwarteten Kursverluste die Zinserträge übersteigen. So weist beispielsweise die 4% Anleihe der Eidgenossenschaft, welche ihre Endfälligkeit am 1. Juni 2049 hat, per Ende August einen Kurs von 248.25% auf.
Dies ergibt eine Rendite auf Verfall von (relativ harmlos anmutenden) -0.6% pro Jahr, und sie scheint damit weniger schmerzhaft zu sein als die der Liquidität belasteten Negativzinsen.
Das seit über zehn Jahren auch für Obligationen

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Trilogie des Fiatgeldes (III): Vollgeld ist reines Staatsgeld und somit längst erprobt

May 3, 2018

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Als Abraham Lincoln (1809-1865) zur Finanzierung des „American Civil War“ bei den Banken um Kredit nachsuchte, sah er sich mit Zinsen von 24 bis 36% konfrontiert. Lincoln sträubte sich gegen solchen Zinswucher und suchte nach einer anderen Lösung.
Sie kam von Colonel „Dick“ Taylor, einem Geschäftsmann aus Illinois. „Just get to Congress to pass a bill authorizing the printing of full legal tender treasury notes … and pay your soldiers with them and go ahead and win your war with them also. If you make them full legal tender … they will have the full sanction of the government and be just as good as money; as Congress is given the express right by constitution.“
„… Issuing unbacked paper money

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Trilogie des Fiatgeldes (II): Das fraktionelle Reservesystem, die Mutter aller Finanzkrisen und die Quelle der Ohnmacht der Notenbanken

April 2, 2018

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Genial aus der Sicht der Banken war, dass sie das fraktionelle Reservesystem in das Zeitalter des FED hinüberretten konnten – sie waren selber erstaunt, dass ihnen dies gelang und der Geniestreich nur von einigen wenigen Senatoren und Beobachtern durchschaut wurde. So konnten sie ihr eigenes Buchgeld weiterhin emittieren und dies einzig und allein mit dem Versprechen, es jederzeit in Bargeld umzutauschen.
Dies mit einer kleinen, sprich fraktionellen Reserve, die für gute Zeiten genügte, in turbulenten Phasen mit grossen Umtauschwünschen des Publikums aber auch in der Zukunft ungenügend war. Genau jener Teil des alten Systems mit seiner inhärenten Instabilität wurde in die Zukunft gerettet,

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Die Magie des gesetzlichen Zahlungsmittels

December 29, 2017

Seit der Aufhebung der Golddeckung durch Präsident Nixon im Jahre 1971 sind die meisten Währungen der westlichen Welt reines Fiatgeld. Was heisst das? Zur Beantwortung der Frage beziehe ich mich ganz bewusst – wie übrigens soweit möglich im ganzen Text – auf keine Lehrbücher oder anderes universitäres Material. In Wikipedia (Stand 3.9.2017) steht:
„Fiatgeld (…) ist ein Objekt ohne inneren Wert, das als Tauschmittel dient. Das Gegenteil von Fiatgeld ist Warengeld, das z.B. als Tabak, Reis, Gold oder Silber neben dem äusseren Tauschwert auch einen inneren Wert hat (…) Der Begriff fiat leitet sich ab vom lateinischen Passivverb fieri. (…) Die deutsche Übersetzung lautet: „Er, sie, es geschehe, entstehe, finde statt,

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Moderne Portfoliotheorie bringt dem Anleger mehr Schaden als Nutzen

July 5, 2017

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Die Bankiervereinigung zeigt in einer Studie (SBS) auf, dass einschränkende Anlagevorschriften für Pensionskassen kontraproduktiv sind. Dies deckt sich mit meinen jüngst propagierten Forderungen unter anderem in der NZZ nur scheinbar. Die SBS argumentiert nämlich auf der Basis der modernen Portfoliotheorie (MPT), die volatilitätsarme alternative Anlagen angeblich als interessante Diversifikatoren erscheinen lässt. Das ihr zugrundeliegende „Mean-Variance“-Optimierungs-Konzept von Markowitz (1952) weist allerdings erhebliche Mängel auf.

Die Optimierung von Rendite und an der Varianz respektive Standardabweichung (Volatilität) gemessenem Risiko führt in vielen Fällen zu schlecht diversifizierten

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Ist unser Geldsystem etwa doch teuflisch?

June 7, 2017

In seinem Standpunkt „Wie entsteht Geld“ (Inside Paradeplatz vom 31.5.2017) bekräftigt Marc Meyer seine These, dass die herrschende Geldschöpfungstheorie grundlegend falsch sei, weil sie auf Goethes Mephisto basiere. Schon vor vielen Jahren hat sich Meyer für eine alternative Theorie der Geldschöpfung eingesetzt. Dass er deswegen seine Stelle verlor und ein Leben lang vom Arbeitsmarkt der Banken ausgeschlossen wurde, ist ein Skandal.

Es ist in der Tat so, dass die SNB – zumindest in früheren Zeiten – jegliche Kritik mit harten Bandagen zu unterdrücken versuchte und damit offensichtlich auch zweifelhaften Erfolg hatte. Der Schreibende selbst hatte Glück, dass sein SNB-kritisierender NZZ-Artikel im Jahr 1985 bloss

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