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Ist die SNB fachlich überfordert?

Summary:
„Die SNB druckt Franken und kauft mit dem Geld Anleihen oder Aktien in Fremdwährungen.“ Diese Behauptung wurde in den vergangenen Tagen einmal mehr flächendeckend von den Schweizer Medien kolportiert. Vorausgegangen war ein „Montagsinterview“ von SNB-Chef Thomas Jordan in der Süddeutschen Zeitung. Das deckt sich mit früheren Behauptungen der SNB, wonach sie „unbeschränkt“ Liquidität, sprich eigene Zahlungsmittel, „schöpfen“ und damit „unbeschränkt“ Devisen kaufen könne. Nicht zum ersten Mal schreibe ich von einem schwerwiegenden Überlegungsfehler der SNB, der die Schweiz teuer zu stehen kommen könnte. Unsere SNB ist aber offensichtlich lernresistent – fachlich überfordert. Würde die SNB ihre Euros bezahlen mit selbst geschaffenem Geld, wie sie behauptet, so würde das heissen, dass es in der Bilanz der SNB gar kein Geld mehr geben könnte. Sie hätte es ja ausgegeben. Ein Vergleich: Angenommen, ein Leser bezahle einen Gegenstand mit Geld. Was passiert in der Buchhaltung des Lesers? Er tauscht den Vermögenswert „Geld“ gegen den erworbenen Gegenstand ein. Seine Bilanz bleibt gleich gross. Der Vermögenswert „Geld“ ist aber durch einen anderen Vermögenswert ersetzt worden. Das Geld, mit dem er den Vermögenswert gekauft hat, wird aufgrund des Kaufs aus seiner Bilanz ausgebucht.

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„Die SNB druckt Franken und kauft mit dem Geld Anleihen oder Aktien in Fremdwährungen.“ Diese Behauptung wurde in den vergangenen Tagen einmal mehr flächendeckend von den Schweizer Medien kolportiert. Vorausgegangen war ein „Montagsinterview“ von SNB-Chef Thomas Jordan in der Süddeutschen Zeitung.

Das deckt sich mit früheren Behauptungen der SNB, wonach sie „unbeschränkt“ Liquidität, sprich eigene Zahlungsmittel, „schöpfen“ und damit „unbeschränkt“ Devisen kaufen könne.

Nicht zum ersten Mal schreibe ich von einem schwerwiegenden Überlegungsfehler der SNB, der die Schweiz teuer zu stehen kommen könnte. Unsere SNB ist aber offensichtlich lernresistent – fachlich überfordert.

Würde die SNB ihre Euros bezahlen mit selbst geschaffenem Geld, wie sie behauptet, so würde das heissen, dass es in der Bilanz der SNB gar kein Geld mehr geben könnte. Sie hätte es ja ausgegeben.

Ein Vergleich: Angenommen, ein Leser bezahle einen Gegenstand mit Geld. Was passiert in der Buchhaltung des Lesers? Er tauscht den Vermögenswert „Geld“ gegen den erworbenen Gegenstand ein. Seine Bilanz bleibt gleich gross. Der Vermögenswert „Geld“ ist aber durch einen anderen Vermögenswert ersetzt worden.

Das Geld, mit dem er den Vermögenswert gekauft hat, wird aufgrund des Kaufs aus seiner Bilanz ausgebucht. Logisch: Wenn ich etwas mit Geld kaufe, so ist das Geld weg und etwas anderes ist da.

Genauso würde es sich bei der SNB verhalten.

Würde die SNB Euros kaufen und mit Schweizerfranken Liquidität bezahlen, so würden die Schweizerfranken aus der Bilanz der SNB verschwinden. An deren Stelle würden die Devisen treten. Es gäbe somit nach einer Geldschöpfung gar kein Geld mehr in der Bilanz der SNB, weil dieses ausgegeben wurde für den Kauf der Devisen.

Ein Blick in die Bilanz der SNB beweist aber, dass das Geld der SNB immer noch da ist – es befindet sich aber auf der Schuldenseite der SNB, nicht auf der Vermögensseite. Mit anderen Worten: Geld, das die SNB „druckt“, kann nie und nimmer zum Vermögen respektive zu den „Liquiden Mitteln“ der SNB gezählt werden.

Geld kann somit auch kein Zahlungsmittel der SNB sein, denn nur ein Vermögenswert kann Zahlungsmittel sein – nicht aber eine Schuld. Daraus wiederum folgt: Nur eine Schuld des Geldemittenten kann echtes Buchgeld sein.

Aktives Buchgeld in der Bilanz des Geldemittenten ist Falschgeld, weil kein Gegenwert besteht. Diesen Satz sollten sich neben der SNB auch die Vollgeld-Initianten merken.

Aus obigen Überlungen folgt auch: Würde die Zentralbank bei der Geldschöpfung „Liquidität“ schaffen, also einen Vermögenswert (Aktivum), so würde dabei gleichzeitig Eigenkapital entstehen.

Denn würde die linke Vermögensseite der SNB-Bilanz verlängert „aus dem Nichts“, ohne Schulden zu machen, so müsste auf der rechten Seite der Bilanz Eigenkapital entstehen. Geld würde somit aus einer Selbstfinanzierung der SNB entstehen („Geld drucken“).

Auch das ist nicht korrekt. Geld entsteht durch eine Aussenfinanzierung der SNB. Und bei Notenbankgeld (Banknoten und Giroguthaben der Banken bei der SNB) handelt es sich ex definitione nicht um Eigenkapital der SNB, sondern um Fremdkapital.

Bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB handelt es sich demnach um Gelder, die indirekt von Sparern stammen. Die Sparer gewähren der SNB über die Banken einen Kredit und müssen darauf noch einen Negativzins bezahlen. Diese Gelder stellen Fremdkapital dar und müssen jederzeit wieder an die Banken und ihre Sparer und Pensionäre zurückbezahlt werden können (Giroguthaben sind jederzeit fällig).

Oder will jemand von uns auf seine Pension verzichten, weil die SNB ihre Schulden mit Vermögen verwechselt? Oder abschreiben, weil die SNB so grosse Verluste erzielt hat, dass sie nicht mehr zurückzahlen kann?

Die Behauptung der SNB, sie müsse diese Giroguthaben nie mehr an deren Inhaber, die Sparer und Pensionäre, zurückzahlen, ist genauso ein Irrtum. Was nützen Negativzinsen, wenn die Investoren ihre Guthaben bei der SNB gar nie mehr abziehen dürften?

Der Sinn der Negativzinsen auf SNB-Guthaben ist ja der, dass die Investoren ihre Guthaben bei der SNB reduzieren.

Zudem handelt es sich bei Banknoten und Giroguthaben der Banken bei der SNB um gesetzliche Zahlungsmittel für deren Inhaber. Daraus folgt: Die Inhaber von Notenbankgeld dürfen jederzeit von der SNB andere Vermögenswerte kaufen, denn Geld ist gesetzliches Zahlungsmittel für die Inhaber – nicht für die SNB.

Auch hier steht die Behauptung von SNB-Chef Jordan quer in der Landschaft, wonach die Inhaber von Notenbankgeld nicht anderes kaufen dürfen als Notenbankgeld – also nichts. Das wäre eine Enteignung der Banken und Sparer durch die SNB und gesetzeswidrig.

Fällt der Wert des SNB-Vermögens unter Wert ihres Notenbankgeldes, so kann die SNB ihre Schulden in Form von Notenbankgeld nicht mehr begleichen und ist Konkurs. Notenbankgeld würde entwertet. Die Schulden der SNB übertragen sich somit eins zu eins auf die Wirtschaft.

Die SNB macht sich zudem haftbar, wenn ihr Chef behauptet, die Gläubiger der SNB hätten keinen Wertverlust zu befürchten im Falle von negativem Eigenkapital der SNB. Bei negativem Eigenkapital der SNB muss diese deshalb auch mit Klagen ihrer Investoren rechnen; ganz besonders mit Klagen der ausländischen Aktionäre der Grossbanken.

Obige einfachste Überlegungen verdeutlichen, dass die SNB-Geldpolitik um 180 verdreht ist. Anstatt gemäss Bundesverfassung mit Eigenkapital die inländische Wirtschaft anzukurbeln, kurbelt sie mit Schulden die ausländischen Volkswirtschaften an, was zudem höchst riskant ist.

Es stehen bereits fast 700 Milliarden auf dem Spiel. Die Gefahr für die Schweiz ist gross. Trotzdem will die SNB ihren Irrtum nicht begreifen. Sie ist fachlich überfordert.

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Marc Meyer
Together with the professor Hans Geiger and his publisher Lukas Hässig, Dr Marc Meyer is the biggest opponent of the Swiss National Bank. Analogously to Macbeth's three widges, George Dorgan called them the three Swiss sorcerers that fight against the seemingly unlimited power of central banks. Meyer lives in a road called "hell weg" near Basel.

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